„Ein unheimlicher Kraftakt – aber ich habe Hoffnung“

Einrichtungsleiterin Anke Bartels-Sprenger über Impfungen bei BELLINI Geldern

Am 15. Januar 2021 konnten sich die Bewohner und Mitarbeitenden der BELLINI Senioren-Residenz „Am Nierspark“ in Geldern gegen Covid-19 impfen lassen. Mit dem Termin hat die Altenpflege-Einrichtung Glück gehabt. Denn nur wenige Tage später war der Impfstoff in Nordrhein-Westfalen erstmal aufgebraucht, so dass weitere Impfungen gestoppt wurden. Dennoch hätte sich Einrichtungsleiterin Anke Bartels-Sprenger für ihr Haus gewünscht, zeitgleich mit den Einrichtungen der kirchlichen Träger in Geldern an die Reihe zu kommen. Die Privateinrichtung erhielt den Impfstoff als eine der letzten stationären Pflegeheime der Region.

Die Pflegeexpertin möchte auch aufmerksam darauf machen, wie viel ihr Team im Vorfeld und Nachgang der ersten Impf-Aktion alles geleistet hat – und zwar ohne weitere Unterstützung von außen. „Eins vorneweg: Wir sind absolut glücklich, dass wir Mitte Januar die erste Impfrunde durchführen konnten!“, sagt Anke Bartels-Sprenger. „Die Impfung gibt uns und vor allem den uns anvertrauten Menschen wieder Hoffnung auf einen normalen Alltag und ein Abschwächen der Pandemie. Die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Impf-Tages aber war ein unheimlicher Kraftakt – wie eben die gesamte Lage unserer Einrichtung derzeit ein Kraftakt ist.“

Geimpft wurden bei BELLINI Geldern insgesamt 160 Seniorinnen und Senioren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dafür hat das Team der Senioren-Residenz eine Art Impfstraße mit Aufklärungsraum, Impfstation und Nachsorgebereich eingerichtet und auch sonst alle bürokratischen und organisatorischen Vorbereitungen komplett in Eigenregie gestemmt. Für die Impfung selbst kamen vier Ärzte – Dr. med Guido Herdemann, Dr. med Barbara Herdemann, Dr. med. Dietmar Schoppmann und als leitende Impfärztin Dr. med. Ruth Spickmann – mit ihren Helfern sowie Mitarbeiter der Drachen-Apotheke und Galenus-Apotheke ins Haus. Am 5. Februar 2021 wiederholt sich der Vorgang bei der zweiten Impf-Runde.

Für jede einzelne Person, die sich impfen lassen wollte, mussten die BELLINI-Mitarbeiter im Vorfeld umfangreiche Formulare ausfüllen. Etwa Anamnesebögen mit Stammdaten, Medikation und Diagnosen. Vier prallgefüllte Aktenordner mit Unterlagen im Umfang von tausenden Seiten sind so zusammengekommen. Da rund 60 Prozent der Bewohner einen Bevollmächtigten haben, musste auch die Angehörigen oder gesetzlichen Vertreter kontaktiert und mit ins Boot geholt werden. Immer wieder galt es auch, über die Impfung zu informieren und eventuelle Zweifel zu besprechen. „Insgesamt ist die Impfbereitschaft aber sehr hoch – bei den Senioren wie bei meinen Teams“, berichtet Anke Bartels-Sprenger. „Die allermeisten haben verstanden, dass die Impfung dazu beiträgt, Fürsorge auch für das Wohlergehen seiner Mitmenschen zu übernehmen. Ich bin stolz darauf, dass die Organisation der ersten Impfungen so gut geklappt hat. Ich ziehe den Hut vor meinen Mitarbeitern und möchte ihnen ausdrücklich danken. Die zusätzliche Belastung war für alle enorm.“

Denn was man nicht vergessen darf: Die Lage in den stationären Pflegeeinrichtungen ist sowieso extrem angespannt. Neben den umfangreichen Hygienemaßnahmen, die viel Aufwand bereiten und Personal binden, sind immer wieder auch Pflegekräfte in Quarantäne oder fehlen, weil kleine Kinder während des Lockdowns zuhause betreut werden müssen. Zudem müssen alle Mitarbeiter, Bewohner und externen Besucher der Senioren-Residenz Nierspark in Geldern regelmäßig – zum Teil mehrmals die Woche – auf eine Corona-Infektion getestet werden. „Tests sind enorm wichtig, um unsere Mitarbeiter und Senioren zu schützen“, sagt Einrichtungsleiterin Anke Bartels-Sprenger. „Aber die Tests sind auch aufwändig und bündeln das ohnehin knappe Personal. Auch hier stemmen wir bisher alles alleine. Aber wir haben jetzt Verstärkung von außen angefordert und hoffen, für die Angehörigen-Testungen bald Hilfe von der Bundeswehr zu erhalten.“

Trotz Arbeiten an der Belastungsgrenze, so beschreiben es die BELLINI-Mitarbeiter, sei die Stimmung im Haus gut. „Was uns trägt, ist der hohe Adrenalinspiegel und der enge Zusammenhalt – in den Teams, aber auch mit den Bewohnern und Angehörigen“, sagt Birgit Scholl, Leiterin des Sozialen Dienstes. „Wir achten alle sehr aufeinander und sind eine fest verbundene Gemeinschaft. Anders als manchmal in den Medien dargestellt, leiden unsere Bewohner auch keinesfalls an Einsamkeit. Meine Kolleginnen und Kollegen vom Betreuungsdienst machen einen hervorragenden Job und ermöglichen auch unter den Einschränkungen einen abwechslungsreichen, aktivierenden und vergnüglichen Alltag.“

Dieser Textbeitrag ist auch erschienen in den Niederrhein Nachrichten vom 03.02.2021. Das PDF finden Sie hier (siehe Seite 6).

 

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